Gartenpumpe: Welche Pumpe für welche Bewässerung?

Michael Schömig
18.08.2026 / Bewässerung / Kommentare 0

Eine Zisterne voll Regenwasser nützt wenig, wenn das Wasser nicht in die Leitung kommt. Genau das ist die Aufgabe der Gartenpumpe: Die Wasserpumpe für den Garten holt das Wasser aus Brunnen, Zisterne oder Regentonne und bringt es auf den Druck, den Versenkregner, Tropfschläuche und Sprühdüsen brauchen. Die Frage ist nur: Welche Pumpe passt zu welcher Bewässerung? Zwischen einer 80-Euro-Tauchpumpe für die Regentonne und einer Zisternenpumpe mit elektronischer Drucksteuerung liegen Welten – in Leistung, Komfort und Lebensdauer.

In diesem Ratgeber erklären wir die Pumpentypen, zeigen Ihnen, wie Sie Fördermenge und Druck korrekt berechnen, und welche Pumpe zu Ihrem Bewässerungssystem passt. Bei Gartenelixier finden Sie Pumpen von Pedrollo sowie das gesamte Steuerungszubehör, mit dem die Pumpe automatisch mit Ihrer Bewässerungsanlage zusammenarbeitet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Kennzahlen zählen: Fördermenge in Litern pro Stunde und Druck in bar – beide zusammen, nie einzeln
  • Für Versenkregner brauchen Sie 2,5 bis 3,5 bar am Regner – nicht am Pumpenausgang
  • Tauchpumpe sitzt im Wasser: leise, frostgeschützt, kein Ansaugproblem
  • Trockenlaufschutz ist Pflicht – ohne ihn zerstört sich die Pumpe bei leerer Zisterne selbst
  • Pumpenstartrelais verbindet Steuergerät und Pumpe – die Pumpe startet mit jeder Zone automatisch
  • Filter nicht vergessen: Brunnen- und Zisternenwasser enthält Partikel, die Düsen und Tropfer verstopfen

Gartenpumpe, Tauchpumpe, Hauswasserwerk: die Typen im Überblick

Typ Standort Typische Anwendung Stärke Schwäche
Tauchpumpe Im Wasser Zisterne, Brunnen, Regentonne Leise, frostgeschützt, kein Ansaugen nötig Zum Warten muss sie herausgezogen werden
Tauchdruckpumpe Im Wasser Zisterne mit fester Bewässerungsanlage Hoher Druck, elektronische Steuerung integriert Höherer Anschaffungspreis
Saugpumpe / Gartenpumpe Neben dem Wasser Regentonne, flache Brunnen Leicht zugänglich, günstig Ansaughöhe max. 7–8 m, laut, frostempfindlich
Hauswasserwerk Neben dem Wasser Haus- und Gartenversorgung Druckkessel puffert kleine Entnahmen Platzbedarf, Ansaugproblematik, Geräusch

💡 Warum die Tauchpumpe für die Zisterne meist gewinnt

Eine Saugpumpe muss das Wasser gegen den Luftdruck nach oben ziehen – physikalisch endet das bei etwa 8 Metern, praktisch oft schon früher. Bei jeder undichten Stelle in der Saugleitung reißt der Wasserstrang ab und die Pumpe zieht Luft. Eine Tauchpumpe kennt dieses Problem nicht: Sie steht im Wasser und drückt statt zu saugen. Dazu läuft sie unter Wasser praktisch geräuschlos und ist im Winter in der Zisterne frostgeschützt.

Fördermenge und Druck richtig berechnen

Beim Kauf einer Wasserpumpe für den Garten passiert der häufigste Fehler schon beim Datenblatt: nur auf die maximale Fördermenge schauen. Die Angabe „4.800 l/h" gilt aber bei null Druck – und null Druck bringt keinen Regner zum Laufen. Entscheidend ist der Betriebspunkt: wie viel Wasser die Pumpe bei dem Druck liefert, den Sie tatsächlich brauchen.

Schritt 1: Wasserbedarf der größten Zone ermitteln

Addieren Sie den Durchfluss aller Regner einer Zone. Richtwerte: ein Getrieberegner benötigt je nach Düse 300 bis 900 l/h, eine Sprühdüse 150 bis 500 l/h, ein MP Rotator 100 bis 400 l/h. Vier Getrieberegner mit mittlerer Düse kommen so auf etwa 2.000 l/h. Wie Sie die Zonen sinnvoll aufteilen, erklärt unser Ratgeber zur Beregnungsanlage im Selbstbau.

Schritt 2: Benötigten Druck aufsummieren

Druckanteil Faustwert
Betriebsdruck am Regner 3,0 bar
Höhenunterschied Zisterne bis Regner (je 10 m Höhe) + 1,0 bar
Reibungsverlust in der Leitung (je 100 m PE 25 mm) + 0,3 bis 0,5 bar
Magnetventil, Filter, Fittings + 0,3 bar
Typische Summe im Hausgarten ca. 4,0 bar

Für einen typischen Hausgarten mit Zisterne und Versenkregnern brauchen Sie also eine Pumpe, die rund 2.000 l/h bei etwa 4 bar liefert – nicht 4.800 l/h bei null bar. Der Unterschied entscheidet darüber, ob der letzte Regner der Zone noch seine volle Wurfweite erreicht.

Unsere Pumpenlösung für die Gartenbewässerung

Bei Gartenelixier führen wir Tauchpumpenpakete von Pedrollo – einem italienischen Hersteller, der seit 1974 Kreiselpumpen fertigt und rund zwei Millionen Pumpen pro Jahr produziert. Die Serie EvoPress ist speziell für die Entnahme aus Zisternen, Tanks und Brunnen ausgelegt:

Merkmal Pedrollo EvoPress 5-40 X
Bauart Mehrstufige Tauchmotorpumpe
Motorleistung 0,55 kW, 230 V
Max. Fördermenge 4,8 m³/h (4.800 l/h)
Max. Förderhöhe 42 m
Betriebspunkt 1,8 m³/h bei 34 m Förderhöhe
Steuerung Elektronisch – startet druckabhängig, stoppt durchflussabhängig
Trockenlaufschutz Integriert (Wassermangelschutz)
Lieferumfang Schwimmende Entnahme, Edelstahl-Siebsaugkorb, Revisionsset
Varianten SE (499,95 €) · PRO (579,95 €)

Der integrierte Trockenlaufschutz ist dabei mehr als ein Komfortmerkmal: Herkömmliche Druckschalter lassen die Pumpe bei leerer Zisterne weiterlaufen, bis sie sich selbst zerstört. Die elektronische Steuerung der EvoPress erkennt den Wassermangel und schaltet ab. Beide Modelle finden Sie in der Kategorie Pumpen.

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Das Bindeglied zwischen Pumpe und Steuergerät

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Pumpe und Bewässerungsanlage automatisch verbinden

Eine Pumpe allein macht noch keine automatische Bewässerung. Damit sie startet, wenn das Steuergerät eine Zone öffnet, gibt es zwei Wege:

  • Über die Pumpenelektronik: Pumpen mit integrierter Drucksteuerung wie die EvoPress erkennen den Druckabfall, sobald ein Magnetventil öffnet, und starten von selbst. Ein separates Relais ist dann nicht nötig.
  • Über ein Pumpenstartrelais: Bei Pumpen ohne eigene Elektronik übernimmt ein Relais die Aufgabe. Es wird an den Pumpenausgang des Steuergeräts angeschlossen und schaltet den 230-V-Stromkreis der Pumpe. Passende Modelle finden Sie unter Kabel und Zubehör.

In beiden Fällen gehört zwischen Pumpe und Anlage ein Filter. Sand aus dem Brunnen oder Schwebstoffe aus der Zisterne setzen sonst Düsen und Tropfer zu – und die sitzen deutlich schwerer zugänglich als ein Filtergehäuse.

Welche Gartenpumpe für welche Bewässerung?

Ihre Anwendung Bedarf (Richtwert) Empfehlung
Gießkanne an der Regentonne drucklos Keine Pumpe nötig – Schwerkraft reicht
Tropfbewässerung im Beet ca. 500 l/h bei 1,5 bar Kleine Tauchpumpe genügt
Ein bis zwei Sprühdüsen ca. 800 l/h bei 2,5 bar Einfache Gartenpumpe
Versenkregner-Anlage aus Zisterne ca. 2.000 l/h bei 4 bar Tauchdruckpumpe mit Steuerung (EvoPress)
Große Anlage, mehrere Zonen ab 3.000 l/h bei 4,5 bar Tauchdruckpumpe, Zonen zeitversetzt schalten
Brunnen tiefer als 8 m je nach Anlage Nur Tauchpumpe – Saugpumpen scheitern an der Ansaughöhe

⚠️ Nicht die Zonenzahl, sondern die größte Zone zählt

Ein häufiges Missverständnis: Wer sechs Zonen hat, braucht keine sechsfache Pumpenleistung. Bei einer automatischen Bewässerung läuft immer nur eine Zone gleichzeitig – die Pumpe muss also nur die größte einzelne Zone bedienen. Das spart bei der Anschaffung oft mehrere hundert Euro.

Die häufigsten Fehler beim Pumpenkauf

  1. 1Nur auf die Maximalwerte schauen: Maximale Fördermenge und maximaler Druck treten nie gleichzeitig auf. Entscheidend ist der Betriebspunkt dazwischen.
  2. 2Trockenlaufschutz weglassen: Die Zisterne wird im Hochsommer garantiert einmal leer. Ohne Schutz läuft die Pumpe heiß und ist danach Schrott.
  3. 3Filter vergessen: Ein Filter für 20 Euro schützt Regner und Tropfer im Wert von mehreren hundert Euro.
  4. 4Saugpumpe bei tiefem Brunnen: Über acht Metern Ansaughöhe funktioniert keine Saugpumpe – unabhängig vom Preis.
  5. 5Saugpumpe im Winter draußen lassen: Restwasser gefriert und sprengt das Pumpengehäuse. Tauchpumpen sind in der Zisterne dagegen frostsicher.

Unser Fazit: Erst rechnen, dann kaufen

Die richtige Gartenpumpe finden Sie nicht über den Preis und nicht über die größte Zahl auf der Verpackung, sondern über zwei Werte: Wie viel Wasser braucht Ihre größte Zone, und welchen Druck muss die Pumpe dafür aufbauen? Wer das einmal durchrechnet, kauft weder zu klein – und ärgert sich über braune Rasenstellen – noch unnötig groß.

Bei Gartenelixier finden Sie mit den Pedrollo EvoPress Tauchpumpenpaketen eine anschlussfertige Lösung für Zisterne und Brunnen, dazu Filter, Pumpenstartrelais und die komplette Steuerungstechnik. Wie Sie das Ganze mit einer Regenwasserzisterne kombinieren, erklärt unser Ratgeber zur Zisterne im Garten – und für die Gesamtplanung hilft der Überblick zur Gartenbewässerung. Bei Fragen zur Dimensionierung beraten wir Sie auch telefonisch.

Häufig gestellte Fragen

Welche Gartenpumpe brauche ich für Versenkregner?+

Für eine typische Versenkregner-Anlage aus der Zisterne brauchen Sie rund 2.000 Liter pro Stunde bei etwa 4 bar. Entscheidend ist dabei der Betriebspunkt, nicht der Maximalwert. Eine Tauchdruckpumpe mit elektronischer Steuerung wie die Pedrollo EvoPress deckt diesen Bereich ab und startet automatisch, sobald ein Magnetventil öffnet.

Tauchpumpe oder Saugpumpe – was ist besser?+

Für Zisterne und Brunnen ist die Tauchpumpe in fast allen Fällen überlegen: Sie steht im Wasser, muss nicht ansaugen, arbeitet nahezu geräuschlos und ist im Winter frostgeschützt. Eine Saugpumpe hat den Vorteil der leichteren Zugänglichkeit bei Wartung, scheitert aber an Ansaughöhen über acht Metern und muss frostfrei aufgestellt werden.

Wie viel bar muss eine Gartenpumpe haben?+

Rechnen Sie von hinten: Am Regner sollen 2,5 bis 3,5 bar ankommen. Dazu addieren Sie 1 bar pro 10 Meter Höhenunterschied, 0,3 bis 0,5 bar Reibungsverlust je 100 Meter Leitung und rund 0,3 bar für Ventil und Filter. Im typischen Hausgarten landen Sie damit bei etwa 4 bar am Pumpenausgang.

Startet die Pumpe automatisch mit der Bewässerung?+

Bei Pumpen mit integrierter Drucksteuerung ja – sie erkennen den Druckabfall beim Öffnen eines Magnetventils und laufen an. Bei Pumpen ohne eigene Elektronik übernimmt ein Pumpenstartrelais diese Aufgabe: Es wird mit dem Pumpenausgang des Steuergeräts verbunden und schaltet den 230-V-Kreis.

Muss ich die Pumpe im Winter ausbauen?+

Eine Tauchpumpe kann in der Zisterne bleiben – unterhalb der Frostgrenze ist sie dort geschützt. Saugpumpen und Hauswasserwerke müssen dagegen entleert und frostfrei eingelagert werden. Unabhängig davon sollten die Bewässerungsleitungen vor dem ersten Frost mit Druckluft ausgeblasen werden.

Quellen

  1. DVGW – Technische Regeln für Wasserinstallationen
  2. Umweltbundesamt – Wassersparen im Haushalt und Garten

Stand der Informationen: 2026. Technische Angaben zur Pedrollo EvoPress nach Herstellerdatenblatt. Alle Druck- und Mengenangaben sind Richtwerte; die tatsächliche Dimensionierung hängt von Leitungslänge, Höhenunterschied und Regnerauswahl ab. Preis- und Produktangaben können sich seit der letzten Aktualisierung geändert haben.


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