Jeden Sommer dasselbe Bild: Die Wasserrechnung steigt, die Kommunen verhängen Gießverbote, und der Rasen wird trotzdem braun. Dabei fällt die Lösung buchstäblich vom Himmel – Regenwasser. In Deutschland landen pro Jahr rund 600 bis 800 Liter Niederschlag auf jeden Quadratmeter Dachfläche. Wer dieses Wasser in einer Zisterne im Garten sammelt, statt es in die Kanalisation fließen zu lassen, spart Trinkwasser, senkt die Wasserkosten und bewässert seine Pflanzen mit dem Wasser, das sie ohnehin am liebsten mögen: weich, kalkfrei und temperiert.
In diesem Ratgeber erklären wir, wie eine Regenwasserzisterne funktioniert, welche Größe Sie brauchen, wie Sie das gesammelte Wasser für die Gartenbewässerung nutzen und wie Sie die Zisterne an ein automatisches Bewässerungssystem anschließen. Denn genau hier liegt das größte Potenzial: Regenwasser aus der Zisterne plus Bewässerungstechnik von Gartenelixier – Versenkregner, Tropfschläuche, Steuergeräte und das passende Pumpenzubehör für die vollautomatische Regenwassernutzung.
Das Wichtigste in Kürze
- ✓ 100 m² Dachfläche liefern in Deutschland rund 50.000 bis 60.000 Liter Regenwasser pro Jahr
- ✓ Faustregel Zisternengröße: 1.000 Liter pro 25 m² Gartenfläche als Minimum
- ✓ Gartenpumpe nötig: Eine Zisterne liefert keinen Druck – für Versenkregner brauchen Sie 2,5 bis 3,5 bar
- ✓ Pumpenstartrelais: Verbindet Pumpe und Steuergerät – die Pumpe startet automatisch mit jeder Zone
- ✓ Regenwasser ist ideal für Pflanzen: Weich, kalkfrei, Zimmertemperatur – besser als kaltes Leitungswasser
- ✓ Filter Pflicht: Regenwasser enthält Laub und Partikel – ein Vorfilter schützt Pumpe und Tropfer
Was ist eine Zisterne und wie funktioniert sie?
Eine Zisterne im Garten – auch als Regenwasserzisterne oder Wasserzisterne bezeichnet – ist ein unterirdischer Speichertank, der Regenwasser vom Dach auffängt und für die spätere Nutzung bevorratet. Das Funktionsprinzip: Regenwasser fließt über die Dachrinne und ein Fallrohr durch einen Vorfilter in die Zisterne. Der Filter hält Laub, Moos und grobe Partikel zurück. In der Zisterne beruhigt sich das Wasser, feine Schwebstoffe sinken ab. Über eine Tauchpumpe oder Saugpumpe wird das gespeicherte Wasser bei Bedarf entnommen – für die Gartenbewässerung, zum Autowaschen oder zur Toilettenspülung.
Für die Regenwassernutzung im Garten ist die Zisterne besonders attraktiv: Sie spart Trinkwasser, reduziert die Abwassergebühren (viele Kommunen bieten Nachlässe bei versiegelungsmindernden Maßnahmen) und liefert Wasser, das Pflanzen bevorzugen – weich, kalkfrei und wärmer als Leitungswasser.
Wie groß muss die Zisterne sein?
Die richtige Zisternengröße hängt von drei Faktoren ab: der angeschlossenen Dachfläche (wie viel Wasser wird aufgefangen?), dem Gartenbedarf (wie viel wird verbraucht?) und der Überbrückungsdauer (wie viele Wochen Trockenheit soll der Vorrat reichen?). Diese Tabelle gibt eine schnelle Orientierung:
| Gartengröße | Sommerbedarf (ca.) | Empfohlene Zisterne | Benötigte Dachfläche |
|---|---|---|---|
| Kleiner Garten (50 m²) | 1.000 – 1.500 l/Monat | 2.000 – 3.000 Liter | ab 30 m² |
| Mittlerer Garten (150 m²) | 3.000 – 4.500 l/Monat | 4.000 – 6.000 Liter | ab 60 m² |
| Großer Garten (300 m²) | 6.000 – 9.000 l/Monat | 8.000 – 12.000 Liter | ab 100 m² |
| Rasen + Beete + Hecke (500 m²) | 10.000 – 15.000 l/Monat | 15.000 – 20.000 Liter | ab 150 m² |
💡 Rechenbeispiel: 100 m² Dach, 200 m² Garten
100 m² Dach × 600 l/m²/Jahr × 0,8 (Abflussfaktor) = 48.000 Liter pro Jahr. Ein 200 m² großer Garten braucht im Sommer rund 4.000 l/Monat. Eine 5.000-Liter-Zisterne überbrückt damit gut einen Monat Trockenheit – und wird durch einzelne Regenschauer immer wieder aufgefüllt.
Zisterne an die Gartenbewässerung anschließen
Regenwasser aus einer Zisterne hat einen entscheidenden Nachteil gegenüber dem Hauswasseranschluss: Es kommt ohne Druck. Für eine Gießkanne reicht die Schwerkraft – für ein automatisches Bewässerungssystem mit Versenkregnern brauchen Sie aber 2,5 bis 3,5 bar. Die Lösung ist eine Gartenpumpe, die das Wasser aus der Zisterne fördert und auf Betriebsdruck bringt.
So verbinden Sie Zisterne und Bewässerungssystem
- 1Tauch- oder Saugpumpe: Eine Tauchpumpe sitzt direkt in der Zisterne, eine Saugpumpe steht daneben. Für die meisten Hausgärten reicht eine Pumpe mit 4.000 bis 6.000 l/h und 3 bis 4 bar Förderdruck.
- 2Pumpenstartrelais: Damit die Pumpe automatisch startet, wenn das Steuergerät eine Zone öffnet, brauchen Sie ein Pumpenstartrelais. Es verbindet den 24V-Ausgang des Steuergeräts mit dem 230V-Stromkreis der Pumpe. Bei Gartenelixier finden Sie das Hunter PSR-22 Pumpenstartrelais – kompatibel mit Hunter und Rain Bird Steuergeräten.
- 3Vorfilter + Feinfilter: Regenwasser enthält mehr Schwebstoffe als Leitungswasser. Ein Vorfilter am Zulauf und ein Feinfilter vor den Regnern schützen Tropfer und Düsen vor Verstopfung. Passende Filter und Druckregulierer finden Sie bei Gartenelixier.
- 4PE-Rohre, Ventilbox, Regner: Ab der Pumpe funktioniert die Anlage identisch wie bei einem Hauswasseranschluss – PE-Rohre, Ventilbox, Regner und Tropfschläuche. Die komplette Planungsanleitung finden Sie in unserem Ratgeber zur Beregnungsanlage im Selbstbau.
⚠️ Trockenlaufschutz nicht vergessen
Wenn die Zisterne leer ist und die Pumpe trotzdem läuft, kann sie Schaden nehmen. Ein Schwimmerschalter oder ein Trockenlaufschutz an der Pumpe erkennt den niedrigen Wasserstand und schaltet die Pumpe automatisch ab – eine Investition von wenigen Euro, die teure Reparaturen verhindert.
Vorteile der Regenwassernutzung für die Bewässerung
| Vorteil | Warum das wichtig ist |
|---|---|
| Wasser sparen | Ein Hausgarten verbraucht im Sommer 3.000 bis 15.000 Liter pro Monat – das ist teures Trinkwasser, das sich ersetzen lässt. |
| Pflanzenfreundliches Wasser | Regenwasser ist weich (kein Kalk), leicht sauer (ideal für die meisten Gartenpflanzen) und wärmer als kaltes Leitungswasser. |
| Abwassergebühren senken | Viele Kommunen berechnen Niederschlagsgebühren nach versiegelter Fläche – eine Zisterne reduziert den Abfluss und damit die Gebühr. |
| Unabhängigkeit | Bei Gießverboten im Sommer dürfen Sie Regenwasser aus der eigenen Zisterne in der Regel weiterhin nutzen. |
| Umwelt schonen | Weniger Trinkwasserentnahme entlastet Grundwasser und Aufbereitungsanlagen – ein aktiver Beitrag zum Ressourcenschutz. |
Praxistipps für die Regenwassernutzung im Garten
- Vorfilter regelmäßig reinigen: Alle 3 bis 6 Monate Laub und Ablagerungen entfernen – so bleibt das Wasser sauber und die Pumpe geschützt.
- Feinfilter vor den Tropfern: Regenwasser hat mehr Schwebstoffe als Leitungswasser. Ein 120-Mesh-Filter vor der Tropfzone ist Pflicht.
- Nachspeisung einplanen: In langen Trockenperioden kann die Zisterne leer werden. Eine automatische Umschaltung auf Leitungswasser (per Schwimmerventil) sichert die Bewässerung ab.
- Überlauf anschließen: Bei vollem Tank muss das überschüssige Wasser kontrolliert abfließen – in die Versickerung oder den Kanal.
- Pumpe frostsicher platzieren: Tauchpumpen überwintern idealerweise in der Zisterne (dort frostgeschützt), Saugpumpen müssen in einem frostfreien Raum stehen.
Unser Fazit: Regenwasser und Bewässerungstechnik – die perfekte Kombination
Eine Zisterne im Garten ist eine der sinnvollsten Investitionen für jeden Gartenbesitzer: Sie spart Trinkwasser, senkt Kosten und liefert pflanzenfreundliches Wasser in rauen Mengen. In Kombination mit einer automatischen Gartenbewässerung wird daraus ein System, das Ihren Garten auch in Trockenperioden zuverlässig versorgt – ohne dass ein Tropfen Leitungswasser fließen muss.
Bei Gartenelixier finden Sie alles, was Sie brauchen, um Ihre Zisterne an eine professionelle Bewässerung anzuschließen: das Pumpenzubehör für den automatischen Start, Steuergeräte für die Zeitplanung, Regner für den Rasen und Tropfbewässerung für Beete und Hecken. Und für die Gesamtplanung helfen unsere Ratgeber zur automatischen Bewässerung und zur Sprinkleranlage Schritt für Schritt weiter.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich mit Regenwasser aus der Zisterne Versenkregner betreiben?+
Ja – mit einer geeigneten Pumpe. Versenkregner brauchen 2,5 bis 3,5 bar Betriebsdruck, den eine Gartenpumpe mit 4.000 bis 6.000 l/h problemlos liefert. Ein Pumpenstartrelais sorgt dafür, dass die Pumpe automatisch startet, wenn das Steuergerät eine Zone öffnet.
Wie groß sollte die Zisterne für meinen Garten sein?+
Als Faustregel: 1.000 Liter pro 25 m² bewässerter Gartenfläche. Für einen 200 m² Garten mit Rasen und Beeten empfehlen sich 5.000 bis 8.000 Liter. Das überbrückt eine vierwöchige Trockenperiode, wenn die Zisterne zu Beginn voll ist.
Brauche ich eine Genehmigung für eine Zisterne?+
In den meisten Bundesländern sind Zisternen bis 50 m³ genehmigungsfrei, wenn sie ausschließlich der Gartenbewässerung dienen. Bei Nutzung für Toilettenspülung oder Waschmaschine gelten strengere Vorschriften (Trennung vom Trinkwassernetz, Anzeige beim Wasserversorger). Informieren Sie sich bei Ihrer Kommune über die lokalen Bestimmungen.
Was kostet eine Regenwasserzisterne?+
Kunststoff-Zisternen für den Garteneinbau beginnen bei rund 500 Euro für 2.000 Liter und reichen bis ca. 3.000 Euro für 10.000 Liter. Hinzu kommen Erdarbeiten (bei Eigenleistung minimal), Vorfilter, Pumpe und die Bewässerungstechnik. Die Amortisation über eingesparte Wasserkosten dauert je nach Verbrauch 5 bis 10 Jahre.
Kann ich Regenwasser auch für Tropfbewässerung nutzen?+
Ja – allerdings ist eine gute Filterung besonders wichtig. Tropfer haben feine Öffnungen, die schneller verstopfen als Regnerdüsen. Ein 120-Mesh-Filter (oder feiner) vor der Tropfzone ist Pflicht. Mit einem sauberen Filtersystem funktioniert Regenwasser in der Tropfbewässerung genauso zuverlässig wie Leitungswasser.
Quellen
- Umweltbundesamt – Wassersparen im Haushalt und Garten
- DVGW – Technische Regeln für Wasserinstallationen und Regenwassernutzung
- Verbraucherzentrale – Regenwasser nutzen und Kosten sparen
Stand der Informationen: 2026. Niederschlagsmengen beziehen sich auf den deutschen Durchschnitt und können regional stark abweichen. Genehmigungsregelungen variieren je nach Bundesland und Kommune. Preis- und Produktangaben können sich seit der letzten Aktualisierung geändert haben.
